Unfallgutachten: So läuft die Begutachtung wirklich ab

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Ein Verkehrsunfall ist immer eine Ausnahmesituation. Nach dem ersten Schock stellen sich schnell viele Fragen: Was ist jetzt zu tun? Wer hilft bei der Schadenregulierung? Genau an diesem Punkt kommt das Unfallgutachten ins Spiel.

In diesem Beitrag erfahren Sie Schritt für Schritt, wie eine Begutachtung abläuft – und worauf Sie bei der Wahl eines Gutachters achten sollten.

Worauf Sie bei der Auswahl eines qualifizierten Kfz-Sachverständigen achten sollten?

Marko Schmidt, der Inhaber von KFZ-Gutachter Hellersdorf inspiziert ein Auto mit einem Maßstab.

Die Wahl des richtigen Gutachters ist entscheidend dafür, dass Ihr Schaden korrekt eingeschätzt und fair reguliert wird. Achten Sie dabei vor allem auf folgende Punkte:

  • Unabhängigkeit: Wählen Sie unbedingt einen freien Kfz-Gutachter, der nicht im Auftrag einer Versicherung arbeitet. Nur so ist gewährleistet, dass Ihre Interessen im Mittelpunkt stehen.
  • Erfahrung: Ein erfahrener Sachverständiger erkennt auch verdeckte Schäden, die leicht übersehen werden – und schützt Sie so vor späteren Überraschungen.
  • Kosten: Bei einem unverschuldeten Unfall übernimmt in der Regel die gegnerische Versicherung die Kosten für das Gutachten. Sprechen Sie dennoch im Vorfeld über die Abrechnung, um Klarheit zu haben.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Unfallgutachten?

Ein stark beschädigter silberner Pkw mit eingedrücktem Heck steht nach einem Verkehrsunfall am Straßenrand, Trümmerteile liegen auf der Straße.

Grundsätzlich gilt: Je früher das Unfallgutachten erstellt wird, desto besser. Direkt nach dem Unfall ist der Schaden noch unverfälscht – und genau in diesem Zustand sollte er dokumentiert werden. Je mehr Zeit vergeht, desto größer ist die Gefahr, dass sich der Zustand des Fahrzeugs verändert.

Witterungseinflüsse wie Regen, Schnee oder starker Sonneneinfall können sichtbare Spuren am Fahrzeug verwischen oder verschärfen. Auch wenn Sie das beschädigte Fahrzeug weiter nutzen, besteht das Risiko, dass sich der Schaden verschlimmert – etwa durch Folgeschäden an der Technik oder zusätzliche Belastung der Karosserie.

Wo findet die Begutachtung statt?

Nahaufnahme eines Lackschichtdickenmessgeräts, das auf dem Autolack aufliegt und einen Wert von 107 µm anzeigt.

Die Begutachtung Ihres Fahrzeugs kann an unterschiedlichen Orten erfolgen – je nachdem, was in Ihrer Situation am sinnvollsten ist. Häufig findet sie in einer Werkstatt statt, besonders dann, wenn das Auto nach dem Unfall abgeschleppt wurde. In der Werkstatt kann der Gutachter das Fahrzeug besonders gründlich prüfen, zum Beispiel auf einer Hebebühne, wodurch auch Schäden am Unterboden oder an der Aufhängung zuverlässig erkannt werden.

Ist das Fahrzeug nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit und steht noch am Unfallort, kann der Gutachter auch dorthin kommen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Schaden in direktem Zusammenhang mit der Unfallstelle dokumentiert werden soll oder das Fahrzeug nicht bewegt werden darf.

Was enthält ein Unfallgutachten?

Ein Mann sitzt im Auto und füllt eine Checkliste zur Fahrzeugkontrolle aus, die auf dem Lenkrad liegt.

Zu den wichtigsten Bestandteilen eines Unfallgutachtens gehören:

  • Fahrzeugdaten: Zunächst werden alle relevanten Informationen zum Fahrzeug aufgenommen, wie Marke, Modell, Baujahr, Kilometerstand und Ausstattung. 
  • Schadensbeschreibung: Der Gutachter dokumentiert sämtliche sichtbaren Schäden und prüft darüber hinaus auf mögliche verdeckte Schäden an Karosserie, Technik oder Innenraum.
  • Fotodokumentation: Alle Schäden werden fotografisch festgehalten. Diese Bilder ergänzen die schriftliche Beschreibung und dienen später als eindeutiger Beleg gegenüber der Versicherung.
  • Reparaturkostenkalkulation: Anhand der festgestellten Schäden erstellt der Gutachter eine detaillierte Kalkulation der zu erwartenden Reparaturkosten.
  • Wertangaben: Im Gutachten sind auch Angaben zum Wiederbeschaffungswert, zum aktuellen Restwert sowie zur möglichen Wertminderung und zum Nutzungsausfall enthalten.
  • Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Abschließend prüft der Gutachter, ob sich eine Reparatur wirtschaftlich noch lohnt oder ob ein sogenannter wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt.

Fazit

Ein professionelles Unfallgutachten ist entscheidend für eine schnelle und stressfreie Schadensregulierung. Wählen Sie den Gutachter sorgfältig aus, achten Sie auf Unabhängigkeit, Erfahrung und transparente Kommunikation. Handeln Sie nach dem Unfall schnell, um wichtige Beweise zu sichern und den Schaden gering zu halten.

Eine strukturierte und professionelle Erstellung des Gutachtens sorgt dafür, dass alle relevanten Details korrekt dokumentiert und bewertet werden. So vermeiden Sie Verzögerungen, reduzieren Folgekosten und schützen Ihre Rechte, während Sie gleichzeitig Ihrer rechtlichen Verpflichtung zur Schadenminderung nachkommen.

Unfallgutachten: Häufige Fragen und Antworten

Ein Gutachten ist vor allem bei größeren Schäden sinnvoll oder wenn die Schuldfrage unklar ist. Bei Bagatellschäden (unter 800 Euro) reicht oft ein Kostenvoranschlag. Ein Gutachter kann aber genau einschätzen, ob es sich wirklich um einen Bagatellschaden handelt.

In vielen Fällen kann das ursprüngliche Gutachten ergänzt oder ein neues Nachgutachten erstellt werden. Wichtig ist, dass Sie solche Schäden möglichst schnell melden – am besten direkt dem Gutachter.

Ein Kostenvoranschlag gibt nur eine grobe Einschätzung der Reparaturkosten. Ein Gutachten ist deutlich ausführlicher – es dokumentiert den Schaden exakt, enthält Fotos, Bewertungen und Wertangaben. Für die Regulierung größerer Schäden ist ein Gutachten daher die deutlich bessere Grundlage.

Marko Schmidt, Kfz-Experte seit 25 Jahren und Sachverständiger seit über 13 Jahren. Schaut selbstbewusst in die Kamera.
Marko Schmidt

Zertifizierter Kfz-Sachverständiger seit über 13 Jahren. In seiner Freizeit schraubt er leidenschaftlich an seinem Oldtimer.

Weitere nützliche Ratgeber rund um KFZ-Gutachten

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